Digital Public Affairs: Keine Frage der Technologie, sondern der Haltung

21.11.2017 Digitale Kommunikation von Bernd Buschhausen

Wenn es eine Schlussfolgerung aus den Wahlen der vergangenen zwölf Monate gibt, dann diese: Die Fähigkeit, Ängste, Wünsche und Bedürfnisse des Einzelnen besser zu verstehen und mit dem eigenen Anliegen zu verbinden, ist heute maßgeblich, um Mehrheiten zu bewegen. Und damit auch für die erfolgreiche Gestaltung der Public Affairs. Denn diese Erkenntnis bedeutet vor allem auch, dass Unternehmen, Verbände und Organisationen heute mit vielen Stakeholdern öffentlich arbeiten müssen, anstatt wie bislang in geschlossenen Netzwerken zu agieren.

Bürger respektive Wähler lassen sich heute weniger durch Parteiideologie, sondern durch den individuell wahrgenommenen Nutzen bei der Wahl der Politik leiten. Die klassischen politischen Milieus haben sich aufgelöst und auch die alten Politikkoordinaten Links-Rechts, Oben-Unten oder die Farbpalette Schwarz-Rot-Grün-Gelb-Blau-Pink erscheinen heute nicht mehr zeitgemäß. Insofern war die angestrebte Jamaika-Koalition durchaus und zunächst ein gutes Zeichen und eine Konsequenz dieses Zeitenwandels, in der nicht das Parteibuch, sondern die Orientierung am mehrheitlich Gewollten und gesellschaftlich Machbaren die politische Gestaltung treibt.

Was aber gerade auch das Verhandeln und Scheitern der Jamaika-Koalition zeigt: Es bedarf einer neuen Haltung in der Politik und auch in der Interessenvertretung. Diese setzt ernsthaftes Zuhören, Verstehen, und Aufeinander-Zugehen voraus, um ein gemeinsames höheres Gut zu erreichen, in dem auch die eigenen Positionen aufgehen können. Dies gilt auch für die klassische Lobby: Nur indem Public Affairs die eigenen Zielgruppen wirklich ernst und in all ihren Ängsten, Bedürfnissen und Zwängen wahrnimmt, das eigene Positionsangebot hierzu entwickelt und zu einem gemeinsamen Anliegen macht, kann sie Mehrheiten bewegen.

Digital Public Affairs ermöglicht es, das eigene Umfeld besser zu durchleuchten, neue Netzwerke zu entdecken, die Sprache zielgruppengerecht zu formulieren und auf den jeweils relevanten Kanälen zu kommunizieren. Die Nutzung der neuen Möglichkeiten der Digital Public Affairs ist daher nicht Zweck, sondern Ausdruck einer notwendigen neuen Haltung – gemeinsam mit vielen eine bessere Politik zu gestalten.

# Digital Public Affairs # Technologie # Haltung

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