Facebook, Twitter & Co.: Vom News-Hub zum Nutzergrab?

23.09.2019 Digitale Kommunikation von Carsten Böhme und Johannes Zenner 

Der Trend ist bekannt, jetzt gibt es dazu auch Zahlen: Besonders Facebook ist geplagt vom digitalen Generationenwandel. Die Folge: Wir müssen bei der Kommunikation in Sozialen Netzwerken nicht nur in Inhalten und Formaten denken, sondern vor allem die Nutzerbedürfnisse genau kennen.

Viele Unternehmen in der von komplexen Themen und Zusammenhängen bestimmten Finanzbranche lernen gerade erst so richtig, mit Facebook und anderen Sozialen Medien umzugehen. Und schon brechen wichtige Nutzerpotenziale wieder weg. So muss sich Facebook nach rund 15 Jahren dynamischer Unternehmensentwicklung in Deutschland erstmals auf ein Nullwachstum einstellen. Laut eMarketer wird die Zahl der unter 35-Jährigen im Jahresverlauf um 2,2 Prozent sinken. Nur ältere Nutzer finden weiterhin Gefallen am größten sozialen Netzwerk. Ein kleiner Zeitenwandel.

Und was machen die Finanzdienstleister? Ein Großteil deutscher Banken, Asset-Manager und Makler mit Privatkunden-Schwerpunkt hat ein Facebook-Profil. Doch „haben“ ist nicht gleich „nutzen“. Ein Konzept, eine Strategie? Oft Fehlanzeige. Wichtiger wäre es, ihren Auftritt systematisch zu begleiten. Mit aktiven und reaktiven hochwertigen Beiträgen. Und: Die Finanzdienstleister müssen die Fragen der Nutzer zügig beantworten.

Studie unter Asset Managern: Gerne dabei – aber wie?

Wir haben in diesem Zusammenhang in Deutschland tätige Asset-Manager befragt. Die Studienergebnisse werden wir in den kommenden Wochen veröffentlichen, hier ein erster Auszug:

  • Von den marktrelevanten 26 Teilnehmern nutzt das Gros bereits Social-Media-Kanäle.
  • LinkedIn und Twitter sind dabei die bevorzugten Kanäle, gefolgt von YouTube, Xing und Facebook. Instagram spielt eine geringere Rolle.
  • Aber: Es fehlt an sozialmedialer Empathie! So besteht große Unsicherheit beim adressatengerechten Einsatz der Kanäle. Kein Unternehmen spricht über einen abgestimmten Mix von Inhalten und Formaten. Auf ein und demselben Kanal werden oft viele verschiedene Zielgruppen gleichzeitig unterhalten – oder aber vergrault.

Wer relevant bleiben will, muss hier radikal umdenken: Dabei sein ist nicht alles. Im Gegenteil. Der bewusste Dialog ist elementarer Bestandteil des Reputationsmanagements – und gehört in professionelle Hände.

# Soziale Medien # Generationenwechsel

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