Reputationsmanagement bei Twitter: Erst denken, dann senden!

27.07.2016 Digitale Kommunikation von Samantha Schmidt

Mit täglich durchschnittlich 500 Millionen abgesetzten Tweets teilen wir der Welt die eigene Meinung mit. Eine Vielzahl dieser Nachrichten verschwindet unbeachtet im schwarzen Loch des Digitalzeitalters, andere lösen im kleinen Followerkreis Begeisterungsstürme aus und dann gibt es jene, die weltweit, oder zumindest landesweit, für Aufregung sorgen.

Eigentlich ist alles ganz einfach: die Registrierung geht zügig, das Know-how ist schnell angeeignet und der Twittern-Button gedrückt. Doch die Ereignisse der vergangenen Wochen und Tage zeigen, dass in der Kommunikation im digitalen Zeitalter einige Fettnäpfchen lauern. Wie etwa ein unangemessener Tonfall, das falsche Timing oder eine fehlerhafte Schreibweise. Gerade für Nutzer, die im Fokus und Interesse der Öffentlichkeit stehen, können ein paar Ausrufezeichen zu viel zu einem waschechten Fauxpas werden.

Achten Unternehmen, Politiker und Prominente in der professionellen Kommunikation mit den „klassischen“ Medien in der Regel auf eine detaillierte Planung, regiert beim Umgang mit den sogenannten neuen Medien – und dabei allen voran Twitter – oft das „Schnell!Schnell!“. Dies ist der direkten und ungefilterten Echtzeitkommunikation geschuldet. Twitter bietet die Möglichkeit, eigene Wertvorstellungen und Philosophien zu kommunizieren, Aufmerksamkeit für relevante Themen zu generieren und für Transparenz zu sorgen – in Sekundenschnelle.

Um das Potenzial von Twitter für sich zu nutzen, sollten folgende Grundregeln für die erfolgreiche Online-Kommunikation berücksichtiget werden:

• Sei sorgfältig! Erst die Faktenlage checken, dann den Tweet veröffentlichen.

• Sei respektvoll! Auch hier gilt Kants kategorischer Imperativ: Nur das veröffentlichen, das den eigenen Maximen standhält.

• Sei transparent! Verlinkungen zu genutzten Quellen zeigen, Urheberrechte und Nutzungsbedingungen einhalten.

• Sei authentisch! Professionalismus und Expertenwissen gepaart mit spannenden Informationen mit Neuigkeitswert überzeugen Follower. Dosiert eingesetzte persönliche Botschaften machen sympathisch.

Und, zu guter Letzt: Sei dir deiner Verantwortung bewusst! Vertrauliche Informationen haben auf Twitter ebenso wenig zu suchen wie automatisierte Direktnachrichten. Zu emotionale Tweets, in der Hitze der Diskussion verfasst, sind zu vermeiden. Denn einmal abgeschickt, sind Tweets nur schwer einzufangen und können nicht ohne Weiteres gelöscht werden. Hier rächt sich die Reichweite des Mediums dann schnell.

Der kluge Tweet-Verfasser weiß: Erst denken, dann senden. Oder: möglicherweise auch einfach mal nicht senden.

# Onlinekommunikation # Verantwortung # Twitter

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