Mind the gap! Der Brexit, die Mitarbeiter und die Kommunikation

26.07.2017 Finanzmarkt & Investor Relations von Alexandra Zahn-Kolechstein

Wir erleben historische Tage in Brüssel: Die Verhandlungen zwischen der britischen Regierung und der EU-Delegation in Brüssel über den mit knapper Mehrheit beschlossenen Austritt aus der Europäischen Union haben begonnen. Ob der Brexit „hart“ oder „weich“ ausfällt, das werden die kommenden Wochen und Monate zeigen. Sicher scheint indes, dass selbst bei einem weichen Brexit der ein oder andere Mitarbeiter, insbesondere von Finanzdienstleistern, früher oder später die Insel verlassen dürfte.

Medienberichten zufolge planen Großbanken, wie die Investmentbank Goldman Sachs oder Citigroup, bereits im kommenden Jahr einen Teil ihrer Geschäftsbereiche von der Insel auf das Festland zu verlagern. Auch die Deutsche Bank hat bereits kommuniziert, dass sie Anfang 2018 erste Geschäftsstellen in London schließen wird. Die Großbank plant, schrittweise bis zu 4.000 Arbeitsplätze in die EU zu verlagern. Im Zuge dieser Jobtransfers könnte Frankfurt in den kommenden zwei Jahren mit bis zu 6.000 neuen Arbeitsplätzen zum Spitzenreiter der gefragtesten Finanzplätze avancieren. Und auch andere Finanzzentren in der EU, wie Paris, Dublin und Luxemburg, dürften von der ausgedehnten Stellenverlagerung profitieren.

Aber was bedeutet dieser umfangreiche Jobtransfer für die Banken und die betroffenen Mitarbeiter? Für den einen oder anderen Mitarbeiter und deren Familien heißt das, Abschied zu nehmen von dem vertrauten sozialen Umfeld, vom britischen Bildungssystem und vom Flair der Weltmetropole London.

Während Standortverlagerungen in der Regel das Ziel haben, Personal abzubauen, geht es beim Brexit für Banken und Unternehmen darum, hochqualifizierte Mitarbeiter zu halten und zum Wechsel, beispielsweise nach Deutschland, zu motivieren. Die Hauptaufgabe der Kommunikation ist es daher, die positiven Perspektiven für die Mitarbeiter aufzuzeigen: „Wir wollen, dass ihr mitgeht!“ und „Wir unterstützen Euch bei allen Themen rund um den Umzug!“. Eine kontinuierliche Kommunikation kann diesen umfangreichen Prozess nur dann unterstützen, wenn sie eine positive Aufbruchstimmung erzeugt. Nicht „Leider müssen wir gehen”, sondern „Auf zu neuen Ufern“ sollte daher das Leitmotiv sein. The time is now!

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# Brexit # EU

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