Ab an die Börse! Startups sollen Deutschlands Innovationskraft sichern

06.10.2015 Gesellschaftspolitische Kommunikation von Kathrin Stackmann 

Quelle: BMWi/Susanne Eriksson

Welch enormes Potenzial im Dialog zwischen Politik und Wirtschaft stecken kann, hat Ende September eine Initiative von Wirtschaftsministerium und Unternehmensvertretern gezeigt.

Die Arbeitsgruppen des von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel gegründeten Roundtables „Mehr Börsengänge von jungen Wachstumsunternehmen in Deutschland“ stellten in Berlin ihre Vorschläge für die unternehmerische Zukunft Deutschlands vor. Mit dabei sind unter anderem Andreas Preuß von der Deutsche Börse AG, Susanne Klatten als Repräsentantin der UnternehmerTUM GmbH und Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Startups e.V.

Das von den Arbeitsgruppen geschnürte Paket liest sich wie die Wunschliste von Existenzgründern und könnte die deutsche Risikokultur revolutionieren: Gefordert werden administrative Erleichterungen beim Börsengang, Trainingsmaßnahmen für Börsenaspiranten, Verschlankung von Börsenprospekten, attraktive steuerliche Rahmenbedingungen für Venture-Capital und ein eigener Börsenindex für junge Wachstumsunternehmen. Herzstück der Wunschliste: Deutschland möge sich vornehmen, jedes Jahr durchschnittlich 15 bis 20 Börsengänge von Startups zu realisieren. Eine eigens dafür eingerichtete „Task Force IPO“ soll dabei kompetent unterstützen.

Glaubt man der SPD-Bundestagsfraktion, werden die Vorschläge des Roundtables nun zügig umgesetzt. „Endlich!“ möchte man den politischen Entscheidungsträgern zurufen. Denn angesichts des VW-Abgasskandals und der nur schleppend vorangehenden Digitalisierung kommen Vorschläge zur Stärkung des hiesigen Innovations- und Wachstumssystems genau zur rechten Zeit.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sind somit ein erster guter Schritt, eine Transformation alter Strukturen zugunsten von Innovationskraft anzugehen. Wichtig ist jetzt, dass die Akteure, Wirtschaft wie Politik, das Thema weiter vorantreiben. Aus Unternehmensperspektive ist festzuhalten: Es lohnt sich, bei der politischen Kommunikation am Ball zu bleiben. Mögen politische Entscheidungen der Innovationskraft von Unternehmen auch hinterherhinken: ein kontinuierlicher Austausch mit gesellschaftspolitischen Akteuren ist für unternehmerisches Handeln Pflicht und Kür zugleich.

# Startups # Börse # Politik # Wirtschaft

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