"Freedom is not free" – Trump on tour

30.05.2017 Gesellschaftspolitische Kommunikation von Cornelius Brand

Mit großer Spannung erwartet, mit noch größerer Aufmerksamkeit verfolgt – die erste Auslandsreise von Präsident Trump ist absolviert. In Wort und Bild werden die nachbebenden Schwingungen dieses an den G7-Summit gekoppelten Auftritts die kommenden Wochen und Monate bestimmen. Nach Meinung – nicht nur – von Angela Merkel sogar deutlich nachhaltiger: Es gilt ab jetzt eine neue Zeitrechnung, denn die Ära der scheinbar selbstverständlichen europäisch-amerikanischen Kooperation der vergangenen 60 Jahre gehört mit diesem Präsidenten definitiv der Vergangenheit an.

Und zwar nicht nur, weil Donald Trump und die von ihm repräsentierte Mehrheitsmeinung der USA es so für richtig hielten, sondern weil augenscheinlich die Zeit dafür gekommen ist. Die Zeichen dafür sind zu vielfältig, um sie zu ignorieren. Der G7-Gipfel hat sie wie in einem Brennglas noch einmal verdichtet, die kleinen wie die großen: US-Präsident schubst den montenegrinischen Präsidenten aus dem Bild, ganz physisch, nicht bloß im übertragenen Sinne. Trump schubst auch Themen von der Agenda: “Refugees & Climate – you are fired!“, kann man das in Anlehnung an seine eingeübte Rolle des bösen Chefs aus seiner TV-Show „The Apprentice“ umschreiben. Dieser Präsident ist nicht nur ein beliebiger US-Amerikaner. Er ist der US-Amerikaner, der die Richtung vorgibt, und er tut dies auf der Basis einer gewonnenen demokratischen Wahl. Der Weckruf war so laut, dass er zu einem sehr raschen Umsteuern auch von Angela Merkel im Bierzelt führt. Zunächst nur verbal, aber auch das will etwas heißen: „Wir müssen selber für unsere Zukunft kämpfen, als Europäer, für unser Schicksal.“

Die frohe Botschaft: Krise und Chance liegen wieder einmal dicht beieinander. Und: Wir werden auch weiter von den USA lernen, von deren Spirit, ihrer Größe im Denken und Handeln und ihren Fundamenten: „Freedom is not Free“, heißt es auf einer der Marmorplatten zwischen Vietnam und Korea-Denkmälern in Washington D.C. Das stimmt, und wir Europäer müssen es uns nun zu eigen machen – das ist unser Schicksal.

# G7 # Trump # USA # Europa

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