Lindners One-Man-Show

21.07.2017 Gesellschaftspolitische Kommunikation von Samantha Schmidt

Die richtige kommunikative Strategie ist auch in Wahlkampfzeiten Gold wert. Während Merkel den „Wahlkampf verweigert“ und Schulz mit seinem Zukunftsplan „Luftschlösser“ baut, setzt die FDP auf eine One-Man-Show von und mit Christian Lindner. Der Spitzenkandidat der FDP macht momentan einiges an Boden gut und kann laut aktueller SPIEGEL-Umfrage seine Beliebtheit deutlich steigern: 38 Prozent der Befragten wünschen sich, dass Lindner in Zukunft „eine wichtige Rolle“ spielen soll.

Das Phänomen Lindner funktioniert – und die FDP weiß das geschickt umzusetzen und verknüpft das Parteiprogramm mit seinem Gesicht. Die in der vergangenen Woche präsentierten Wahlplakate inszenieren ihn wie ein Model und tragen die Handschrift des „Rockfotografen“ Olaf Heine. Das fällt auf und gefällt. Oder eben nicht. Die Plakate bieten all jenen eine Angriffsfläche, die sich gerne über die FDP lustig machen. So geschehen durch die Grünen, die unter #lindnersprueche auf Twitter ihre Versionen der FDP-Plakate zeigen.

Kommunikativ setzt die FDP alles auf eine Karte. Und das muss sie momentan auch. Nach der letzten Wahl und dem Abschied der Liberalen aus dem Bundestag braucht die FDP Profil und Gesicht. Warum sollte das nicht „jung, dynamisch und smart“ sein? In junger Start-up-Tonalität thematisiert die Kampagne den Mut zur Veränderung, passend zum Zeitgeist.

Immerhin hatte die FDP mit dem Konzept der One-Man-Show schon einmal Erfolg. Guido Westerwelle hat die Liberalen als „Steuermann“ stark geprägt. Mit ihm erzielte die Partei 2009 ihr bisher bestes Ergebnis. Als jedoch seine Popularitätswerte sanken, riss er die FDP mit.

Ergänzt werden die Lindner-Wahlplakate durch ungewöhnlich lange Texte, in denen die FDP ihre Inhalte platziert. Ob all das am Ende reichen wird, bleibt abzuwarten. Lindner selbst rechnet nicht mit der Ablösung der Großen Koalition und möchte ohne Koalitionsaussage seitens FDP den Wahlkampf bestreiten. Momentan hat er die Umfrageergebnisse auf seiner Seite. Würde heute der neue Bundestag gewählt werden, hätten Union und FDP eine regierungsfähige Mehrheit mit 48 Prozent.

PS: Da sich die Liberalen als Partei der Digitalisierung verstehen, gibt es hier noch den aktuellsten, medienwirksamen Coup der FDP. Ein Gespräch zwischen Lindner und Amazons Sprach-Computer Alexa.

# Wahlkampf # FDP # Deutschland # Politik

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