Parteiprogramme unter der Lupe: Gesundheitspolitik braucht Paradigmenwechsel

20.06.2017 Gesellschaftspolitische Kommunikation von Cornelius Brand

Die Gesundheitspolitik in Deutschland ist de facto bislang eine nahezu ausschließlich analoge Krankheitspolitik – und wenig effektiv. 96 Prozent aller Ausgaben entstehen im Umgang mit Patienten, die vom einfachen Schnupfen über chronische Diabetes bis hin zu einem (bislang) unheilbaren Krebs ambulante und stationäre Versorgung in Anspruch nehmen. Von 340 Milliarden Euro Gesamtausgaben fließen nur etwa elf Milliarden Euro in die Prävention, also die Vermeidung von Krankheiten. Die überwältigende Mehrheit des Budgets wird systemseitig für die Wiederherstellung von Gesundheit ausgegeben!

1. Allein die Behandlung von fast acht Millionen Diabetikern hierzulande erfordert doppelt so viel Ressourcen, wie für die Prävention seitens des Gesundheitssystems insgesamt investiert werden. Dabei wären annähernd 90 Prozent aller Diabetes-Erkrankungen vermeidbar, sie sind fast ausschließlich Folgen des jeweiligen Lebensstils.

2. Deutschland dümpelt seit Ewigkeiten im schlechten Mittelfeld, was die Nutzung von IT in der Gesundheitswirtschaft angeht. Papierrezepte und analoge Entlass-Briefe aus dem vergangenen Jahrhundert machen uns zum Schlusslicht.

Ja, wir haben eines der besten und kostspieligsten Gesundheitssysteme der Welt. Wir werden uns den Fortschritt der Medizin und die demografische Entwicklung jedoch weiterhin nur leisten können, wenn in der Gesundheitspolitik wesentliche Fortschritte erzielt werden.

Nicht auszudenken, was mit mehr Digitalisierung und Prävention noch alles möglich wäre. Anhand dieser Kriterien sollten wir die Qualität der Parteiprogramme zur Bundestagswahl bewerten. Aber schauen Sie selbst. Wir haben für Sie zusammengefasst, was uns auffiel.

# Public Affairs # Gesundheitspolitik # Parteiprogramme

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