Trump und das transatlantische Bündnis: Ein Weckruf für positives Lobbying!

19.05.2017 Gesellschaftspolitische Kommunikation von Instinctif Partners

Ist Donald Trumps Präsidentschaft nun eine Zäsur für Politik und Medien oder doch nur eine etwas andere Normalität? Mark Hauptmann, Mitglied der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, und Matthew Karnitschnig, Europa-Korrespondent der US-amerikanischen Zeitung Politico, diskutierten darüber gestern mit Instintif Partners sowie Vertretern aus Politik, Medien, Wirtschaft und Wissenschaft beim „Wake-Up-Talk“ in Berlin.

Dass viele Beobachter auf beiden Seiten des Atlantiks von Trumps Wahlsieg völlig überrascht wurden, liege auch an einem verzerrten Bild der USA. „Unsere Wahrnehmungen sind durch Hollywood und Reisen an die Ost- oder Westküste geprägt. Auch viele Journalisten leben in einer Blase und haben wenig Kontakt zu Leuten im sogenannten ‚Fly-Over-Country’“, sagt Karnitschnig. Fernab der Städte brodele die Unzufriedenheit mit der Politik und den Eliten indes schon seit Jahren. Viele etablierte Medien hätten aber mit ihrer Berichterstattung nur einen engen Leserkreis im Visier und ließen dadurch große Teile der Bevölkerung außen vor, so der aus Arizona stammende Journalist.

Diese Lücke habe Donald Trump als politisches Vakuum erkannt und gefüllt. Schon vor ihm hatten soziale Medien die politische Kommunikation bereits stark verändert. „Aber die Dimension, mit der Trump diese digitalen Kommunikationskanäle für sich zu nutzen weiß, ist ,breathtaking’“, meint der Politico-Redakteur. Dazu Mark Hautpmann: „Mit 30 Millionen Followern auf Twitter in Echtzeit und auf Knopfdruck ohne Filter mit sehr vielen Menschen in direkten Kontakt zu treten, ist wie ein ,New Deal’.“ Medien als Mittler und als Sprachrohr würden damit nicht obsolet, müssten sich jedoch fast neu erfinden.

Eine weitere Zäsur markiert Trumps Umgang mit genau diesen Medien. Er beschimpft kritische Berichterstattung gerne pauschal als „Fake News“. Trotzdem, so der Hinweis von Karnitschnig, gibt er mehr Interviews als seine präsidialen Vorgänger. Und zwar auch abseits der Leitmedien. Es sei eine durchaus positive Veränderung, dass Trump neben den großen Medienhäusern damit auch kleinen und regionalen Medien dem Zugang zum Weißen Haus ermögliche. Es werde immer wichtiger, nicht nur eine kleine Elite anzusprechen, sondern mit den eigenen Botschaften eine breite Basis zu erreichen, ist auch Hauptmann überzeugt.

Angesichts ihrer Versäumnisse seien die großen Leitmedien gut beraten, selbstkritisch zu sein und es mit dem derzeitigen Eigenlob nicht zu übertreiben. „Selbst in Zeiten widersprüchlicher Informationen oder gar ,alternativer Fakten’ aus dem Weißen Haus sind Journalisten weder die ‚Hüter der Wahrheit’ noch ‚Retter der Demokratie’“, bringt es Matthew Karnitschnig von Politico auf den Punkt.

Und wie gehen unsere gewählten Abgeordneten mit dem neuen Mann im Oval Office um? Mark Hauptmann stellt im Austausch mit seinen amerikanischen Amtskollegen fest: „Trump und seine Administration stellen zwar vieles in Frage, aber sie sind ideologisch nicht festgelegt und durchaus lernfähig. Da hilft es schon mal, der letzte Gesprächspartner des Präsidenten gewesen zu sein, um seine Meinung zu prägen“, ist Hauptmann überzeugt, der in den USA die High School absolviert und in Yale studiert hat. Für die Deutschen und Europäer gelte: „Immer wieder die eigene Sicht erklären und für die eigene Position werben. Jetzt ist die Zeit für positives Lobbying unserer Werte und Positionen.“

# WakeUpTalkInstinctif # Medien # USA # Politik

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