„Mit ohne“: Das IPO, das die Welt rettet

13.05.2019 Kapitalmarkt & Investor Relations von Ursula Querette 

Ein trauriges Bild gibt unser IPO-Markt dieses Jahr ab. Mit Frequentis hat der erste „echte“ deutsche Börsengang mit neu platzierten Aktien gerade erst stattgefunden. Obwohl: ganz „echt“ ist auch er nicht, denn der Firmensitz des Unternehmens ist in Wien und die Aktien wurden gleichzeitig in Wien und in Frankfurt gelistet.

Eigentlich rechneten Markt-Experten damit, dass die VW-Tochter Traton noch vor Ostern an die Börse geht. Das hätte möglicherweise die IPO-Schleusen geöffnet. Denn so einige Kandidaten stehen seit letztem Jahr noch in Warteposition für ihre Passage in den Kapitalmarkt.

In den USA hat Uber gerade den Schritt aufs Parkett geschafft. Monatelang hatte der Kapitalmarkt auf diese Transaktion gewartet. Der Ausgabepreis lag mit 45 US-Dollar jedoch eher am unteren Ende der Preisspanne. Damit wird das Unternehmen zwar mit eindrucksvollen 82 Milliarden US-Dollar bewertet, allerdings liegt dieser Börsenwert weit unter der noch vor einem Jahr angepeilten Größe von 120 Milliarden US-Dollar.

Mit Blick aufs Geschäftsmodell gefällt mir Beyond Meat viel besser als der Fahrdienst Uber. Die Bewertung ist allerdings außerirdisch: Zum IPO Anfang Mai kam der Fleischersatzhersteller aus den USA auf eine Marktkapitalisierung von rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Und das bei einem Umsatz von gerade einmal 88 Millionen US-Dollar und einem Nettoverlust von 30 Millionen US-Dollar.

Die Equity Story trifft aber den Nerv der Zeit. Denn die von Greta Thunberg initiierte Fridays-for-Future-Bewegung löst nicht nur bei mir Flug-Scham und Fleisch-Scham aus: Die Klimabilanz-Vegetarier stärken den Protest der Tierschutz-Vegetarier noch einmal kräftig.

Der „Wir retten die Welt“-Purpose des Börsenneulings Beyond Meat passt dazu wie der Topf zum Deckel: „At Beyond Meat, we believe there is a better way to feed the planet. (…) By shifting from animal, to plant-based meat, we are creating one savory solution that solves four growing issues attributed to livestock production: human health, climate change, constraints on natural resources and animal welfare.”

Wir hätten es nicht besser formulieren können. Und ich glaube, ich werde demnächst einmal einen Beyond Meat Burger probieren. Das passende Restaurant in München habe ich schon gefunden.

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# Nachhaltigkeit # ESG # Fleischersatz # IPO

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