Vorsicht! Aktivismus

20.03.2018 Kapitalmarkt & Investor Relations von Ursula Querette 

Wer Kinder hat, denkt bei dem Begriff vielleicht an hyperaktive Kinder – ADHS, ein Syndrom, das ständig zuzunehmen scheint. Oder an Helikopter-Eltern, ebenfalls eine hyperaktive Spezies, die ihre Kinder überall hinbegleitet.

Was in Deutschland auch spürbar zunimmt, sind aktivistische Aktionäre, die direkten Einfluss auf „ihr“ Unternehmen nehmen. Mit Blick auf die anstehende Hauptversammlungssaison bereiten sich viele börsennotierte Unternehmen derzeit auf folgende Typen von Aktivisten vor:

  • Solche, die die Hauptversammlungen bewusst stören, rechtliche Schritte gegen Agendapunkte oder Beschlüsse einlegen oder auch teilweise unkonstruktive Kritik als Redner üben. Meist werden hier Eigeninteressen verfolgt, möglicherweise auch mit erpresserischen Absichten.
  • Diejenigen, die sich aktiv mit den Agendapunkten einer Hauptversammlung auseinandersetzen, konstruktive Kritik üben und in diesem Zusammenhang auch einmal gegen die Verwaltung abstimmen, Beispiele sind hier die Nichtentlastung von Managern oder die Ablehnung von bestimmten Kapitalmaßnahmen oder Vergütungsstrukturen.

Ebenfalls mehr und mehr anzutreffen:

  • Aktionäre bzw. Hedgefonds, die größere Aktienpakete erwerben, um direkten Einfluss auf operative, strategische Management-Entscheidungen zu nehmen, möglicherweise sogar personelle Veränderungen fordern. Ziel dieser Aktivisten ist es, durch entsprechende Eingriffe eine Optimierung des Geschäftsmodells und damit des Aktienkurses herbeizuführen.

Völlig unvorbereitet können börsennotierte Unternehmen dagegen sogenannte Shortseller-Attacken treffen:

  • Hier wird auf einen Aktienkursverfall gewettet, der auf die Veröffentlichung von kompromittierenden Tatsachen folgt, die der Reputation des attackierten Unternehmens und damit seinem Management enorm schaden können.

Was hat das mit Business Resilience und Kommunikation zu tun?

  • Unternehmen können ihre Widerstandskraft enorm stärken, indem sie sich ein Reputationspolster zulegen.
  • Sie können ihre Angriffsflächen reduzieren, indem sie sich diese selbst bewusst machen und dann offen und transparent kommunizieren.
  • Für den Ernstfall sollten Unternehmen eine klar definierte Kommunikationsstrategie und unterstützende Maßnahmen vorbereiten.

So gibt es einerseits weniger Anlässe für Aktivisten, tätig zu werden. Andererseits prallen mögliche Attacken mit geringerem Schaden am Unternehmen ab.

# Aktionäre # Hauptversammlung # Aktivismus

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