Wie stabil ist unser Geld?

30.04.2014 Kapitalmarkt & Investor Relations von Christian Fälschle 

Ja was denn nun? Haben wir derzeit nur eine niedrige Inflation oder sogar schon eine Deflation? Seit Wochen wabert die Diskussion, ob die EZB angesichts der niedrigen Euro-Inflationsrate von nur 0,5 Prozent im März nicht doch ein Kaufprogramm für Staatsanleihen nach amerikanischem Vorbild auflegen muss. Die Angst, dass eine Deflation der europäischen Volkswirtschaften die Konjunktur lähmt, sitzt bei den Währungshütern offensichtlich tief. Die Notenbanker tun sich gerade bei Inflationsraten zwischen null und zwei Prozent besonders schwer, im Grenzbereich zwischen Inflation und Deflation. Dennoch spricht wenig dafür, dass die Volkswirtschaft in Europa in die Deflation abrutscht. Dagegen spricht, dass die Konsumenten zuletzt deutlich mehr gekauft haben. Das würden sie nicht tun, wenn sie sinkende Preise erwarten würden. Wahrscheinlich wird sich schneller als gedacht die Erkenntnis durchsetzen, dass die März-Inflationsrate von Sondereffekten geprägt war. Allgemein wird erwartet, dass die April-Zahlen schon wieder eine Inflationsrate in der EU von 0,8 Prozent ausweisen.

Außerdem ist längst nicht klar, ob ein Anleihenkauf in Europa die gleiche Auswirkung hätte wie in den USA, da in Europa die Kreditversorgung der Unternehmen stärker als in den USA über die Banken verläuft. Zwar würde eine weitere Lockerung der Geldpolitik die Börsenmärkte weiter anschieben, ob ein solches Kaufprogramm aber positive Auswirkungen auf die Konjunktur hätte, darf bezweifelt werden.

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