Surfen mit Pikachu: Die Versicherungsbranche im Pokémon-Fieber

05.08.2016 Unternehmenskommunikation von Jennifer Gornicki & Nikolas Pohl

Pokémon Go hat vor wenigen Wochen einen weltweiten Hype ausgelöst. Nach nur 19 Tagen hatten mehr als 50 Millionen Nutzer das Spiel heruntergeladen, heute sind es mehr als 100 Millionen Downloads. Auch in Deutschland erfreut sich das Augmented Reality Game größter Beliebtheit, vor allem bei den 20- bis 30-Jährigen. Medien thematisieren den Hype und wecken damit ein noch breiteres Interesse an Pikachu & Co.

Unternehmen versuchen sich in solchen Phasen gerne im Agenda-Surfing: Denn wer es schafft, eigene Themen oder Angebote direkt mit dem Pokémon-Hype zu verknüpfen, kann damit größere Aufmerksamkeit erzielen als üblich.

Bei Pokémon Go haben Gastronomen und Einzelhändler besonders schnell reagiert. Sie profitieren davon, dass Pokémon-Spieler in der analogen Welt unterwegs sind und sich dort einfinden, wo sich viele der kleinen „Pocket Monster“ einfangen lassen. Die Betriebe installieren kostenpflichtige Lockmodule in den Pokéstops – Spielorte, an denen die Gamer zum Beispiel Pokébälle, Tränke und Pokémon-Eier erhalten – und motivieren Spieler so zu einem Besuch.

Auch einige Versicherer wollen auf der Pokémon-Welle mitsurfen. Die Nürnberger Versicherung nutzte den Zufall, dass an ihrer Generaldirektion eine Pokémon-Arena liegt, in der die Spieler virtuell gegeneinander antreten. Mitarbeiter stiegen selbst ins Spiel ein, installierten Lockmodule rund um ihre Niederlassung und pflegten den persönlichen Austausch mit den Spielern. Für diese Form der Nachbarschaftspflege gab es durchaus positive Resonanz. Größere mediale Aufmerksamkeit ist so aber nicht zu erzielen.

Einen Schritt weiter dachte der Online-Makler Knip. Mit der „Pokémon Versicherung“ schaffte es das Unternehmen bis auf die Startseite von Bild.de. Zwar blieb Knip im Artikel unerwähnt, doch dank Google ist der Weg für interessierte Leser nicht weit. Und auf Bild.de schaffen es Versicherungsmakler mit Produktwerbung üblicherweise nicht.

Eine Option des Agenda-Surfings ist, sich direkt an die Spieler zu wenden und sie für sich zu gewinnen – diesem Ziel folgen Gastronomen und Einzelhändler, aber auch die Nürnberger Versicherung. Knip hat noch mehr geschafft. Für Pokémon-Spieler ist das angebotene Produkt interessant, und die breite Masse amüsiert sich über eine weitere Ausprägung des Phänomens, das sie nicht so recht versteht – nebenbei wird sie über eine Unfallversicherung von Knip informiert. Smarter lässt sich die Welle kaum reiten.

# PokemonGO # Kommunikation # Online-Kommunikation # Fintech

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