Endlich mal eine „Aktion pro Aktie“

03.02.2015 Kapitalmarkt & Investor Relations von Ursula Querette 

Ende vergangener Woche wurde sie von vier Direktbanken vorgestellt: die „Aktion pro Aktie“ (www.aktion-pro-aktie.de). Sie resultiert aus einer repräsentativen Umfrage mit niederschmetternden, wenn auch nicht überraschenden, Umfrageergebnissen über die Aktienkenntnisse der deutschen Bevölkerung. So sehen 46 Prozent der Befragten die Aktie als reines Spekulationsobjekt, rund die Hälfte der Deutschen glaubt, die Aktie sei nur etwas für Reiche. Aber immerhin gibt es gerade bei den Direktbanken auch kleine Depots: Rund ein Drittel der deutschen Aktionäre hat Beträge unter 2.000 Euro investiert. Auf den ersten Blick erscheint die „Aktion pro Aktie“ wie eine Marketing-Aktion zum Selbstzweck der Direktbanken. Aber weiter gedacht, und von weiteren Teilnehmern der Financial Community mitgetragen, geht es dabei auch um handfeste gesellschaftliche Interessen. So kann durch eine Wiederbelebung der deutschen Aktienkultur die Eigenkapitalfinanzierung von Unternehmen, die Mitarbeiterbeteiligung und, in der herrschenden Nullzins-Ära, auch die private Altersvorsorge gefördert werden. Denn dazu bedarf es sicherlich keiner Studie: Die gesetzliche Rente reicht nicht mehr aus, um unseren Lebensstandard im Alter zu sichern. Und Untersuchungen des Deutschen Aktieninstituts zeigen: Lang angelegt, beispielsweise im DAX, hat die Aktie rückblickend nie für Verluste gesorgt. Um hier die nötige Aufklärung zu betreiben, ist die „Aktion pro Aktie“ ein guter Anfang, isoliert betrachtet aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Auch die Politik muss fördernd und aufklärend eingreifen – idealerweile bereits bei der Schulbildung. Denn die Aktie ist kein kapitalistisches Teufelszeug, sondern volkswirtschaftlich notwendig.

# Aktien # Finanzmarkt # Politik

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