Von Krise keine Spur

27.03.2014 Kapitalmarkt & Investor Relations von Christian Fälschle 

Schaut man sich die Aktienmärkte an, so ist es eindeutig die Realpolitik, die die Marktreaktionen bestimmt. Politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine, deshalb hat die Beunruhigung, die die Annektion der Krim durch Putin hervorgerufen hat, nicht lange angehalten. Der DAX notiert bei 9400 und bleibt lediglich 400 Punkte unter seinem Allzeithoch. Es sind in erster Linie wohl zwei Aspekte, die die Entscheidungen der professionellen Asset Manager in den nächsten Monaten beeinflussen werden.

Das ist zum einen die weitere Zinsentwicklung und zum anderen die Situation in China. Die Ankündigung der neuen US-Notenbankchefin Janet Yellen, zwischen dem Ende der Anleihenkäufe durch die US-Zentralbank und dem ersten Zinsschritt nach oben werden maximal 6 Monate liegen, hat die Marktteilnehmer deutlich verunsichert. Am Horizont zeichnet sich das Szenario ab, dass die Phase des billigen Geldes doch zu Ende gehen könnte. Dies ist für die Börsen, die sich längst an die hohe Liquiditätszufuhr gewöhnt haben, ein heilsamer Schock. Langfristig liegt darin aber auch eine Chance. Je weniger die Aktienmärkte durch die Notenbanken unterstützt werden, desto geringer wird das Risiko von Fehlallokationen.

Auch China steht unter der Beobachtung der Weltmarktteilnehmer. Die Tatsache, dass der Einkaufsmanagerindex in China auf ein Achtmonatstief gefallen ist, sowie die spürbaren Bremsspuren des chinesischen Wachstums könnten die Exporterwartungen großer Unternehmen aus den klassischen Industrieländern deutlich treffen. Doch auch hier ist Angst wohl ein schlechter Ratgeber. Bisher ist es den Verantwortlichen in China gut gelungen, die Krisenerscheinungen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt effizient zu managen. Und da die Bilanzen der großen börsennotierten Unternehmen so gut wie schon lange nicht mehr sind, spricht einiges dafür, dass die Börsen auch 2014 von Rückenwind profitieren werden.

# Börse # Finanzmarkt # Krise

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