Besser gewappnet für die nächste Krise: Vier Schritte, wie Sie Corona-Learnings sichern und ihre Resilienz steigern

14.06.2020 Krise & Wandel von Dr. Hubert Becker 

Der Rückblick auf eine bestandene Krise und die Sicherung der Learnings gehören zum Standard des Krisenmanagements. Dennoch wird diese wichtige Phase nicht immer umgesetzt. Weniger etabliert, aber möglicherweise noch wertvoller, ist ein Review zur „Krisen-Halbzeit“, wenn das Schlimmste überstanden scheint. Denn so werden Erfahrungen gesichert, und gleichzeitig besteht die Chance, aus der Reflexion aktueller Maßnahmen mehr Sicherheit für mögliche Rückschläge zu erlangen.

Angesichts der nach wie vor kaum prognostizierbaren Entwicklung der Corona-Pandemie ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um Ihre derzeitigen Krisenmanagement- und Kommunikationsstrategien zu bewerten. Vier Punkte helfen Ihnen, mehr Sicherheit für künftige Krisen oder mögliche Rückschläge zu erhalten:

1. Bewerten Sie kritisch den Verlauf und Erfolg Ihrer Krisenstrategie

Nehmen Sie sich Zeit, um zu verstehen, wie gut Ihre Reaktionsstrategie funktioniert hat und wie Sie sie verbessern können. Wann haben Sie zu langsam oder zu schnell reagiert? Welche Vorbereitungen hätten Ihnen geholfen, wenn sie bereits vor der Krise getroffen worden wären? Welche Informationen hätten Sie gebraucht und welche hätten sie schneller selbst geben können? Und nicht zuletzt: Was hat besonders gut funktioniert? Konzentrieren Sie sich darauf, wie Sie Ihre Entscheidungsfindung, die Wirksamkeit Ihres Stakeholder-Engagements und Ihrer Kommunikation verbessern können. Dadurch minimieren Sie zukünftig mögliche Krisenauswirkungen auf Ihre Mitarbeiter und verhindern die Beeinträchtigung Ihres Unternehmens und Ihrer Finanzen.

2. Überprüfen Sie Ihre operative Reaktion

Wenn Sie die kritischen Treiber und Erfolgsfaktoren für Ihren täglichen Geschäftsbetrieb verstehen, können Sie die Risiken mindern, die sich aus der Arbeit mit extremer Auslastung, Nachfragerückgang oder einem reduzierten Personalbestand ergeben. Dies wird das Personalmanagement und die Kundenzufriedenheit verbessern und die finanziellen Verluste für Ihr Unternehmen verringern. Fragen Sie diejenigen, die von Ihren Entscheidungen betroffen sind und lassen Sie diese Erkenntnisse in einen verbesserten Kommunikationsplan einfließen.

3. Analysieren Sie Ihren Krisenplan

Die Überprüfung Ihres Krisenplans wird Ihre Reaktion auf diese und zukünftige Krisen verbessern, die Auswirkungen auf Ihre Mitarbeiter und Ihre Finanzen minimieren und dazu beitragen, den Ruf Ihres Unternehmens zu schützen, wenn die Erholungsphase beginnt. Nutzen Sie Ihre aktuelle Erfahrung mit COVID-19, um Lücken zu identifizieren, Verbesserungen vorzunehmen – wie etwa neue Arbeitsweisen, die Sie implementiert haben – und zu prüfen, ob die Rollen und Verantwortlichkeiten bei reduzierten Ressourcen klar sind.

4. Erstellen Sie Szenarien mit Risiken und Chancen für die Erholungsphase

Die Planung zukünftiger COVID-19-Risiken ermöglicht es Ihrem Unternehmen, besser auf die bevorstehenden Herausforderungen vorbereitet zu sein und finanzielle Auswirkungen zu minimieren. Konzentrieren Sie sich auf die drei größten Risiken, die COVID-19 noch birgt, und darauf, wie Sie diese mindern können. Die Welt nach einer Pandemie wird anders aussehen, also denken Sie über die potenziellen Chancen nach und überlegen Sie, wie Sie die Vorteile nutzen können. Dies wird Ihnen helfen, das Potenzial der Erholungsphase bestmöglich zu nutzen.

# Business Resilience # Krisenmanagement # Kommunikationsstrategien

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