Bild’ dir deine Meinung!

31.03.2014 Unternehmenskommunikation von Thomas Stein 

Krisen sind gut – für Journalisten und Medien sowie ihre Leser, Zuschauer und Zuhörer. Krisen liefern dringend benötigte Themen und die dafür notwendige Aufmerksamkeit. Die Berichterstattung zur Annexion der Krim durch Russland zeigt dabei beispielhaft, wie Medien Themen begleiten – und damit zur Eskalation beitragen.

Am Anfang sind es noch die Fakten, die die Inhalte für die Berichterstattung liefern. Schnell folgen Hintergründe wie die historische Betrachtung (hier viel zu wenig, vermutlich weil „laaangweilig“) und – wenn es gut läuft – begleitet von einem sachlichen und differenzierten Austausch von Kommentaren und Meinungen. Allerdings übernehmen dann, oft mangels neuer Fakten, die Meinungen die Oberhand in der Berichterstattung. Das ist die Stunde der Scharfmacher, auch auf journalistischer Seite. Danach folgt die Stunde der Widersacher der Scharfmacher. Irgendwo dazwischen wird Helmut Schmidt gefragt. Und weil es Journalisten selber auffällt wie dieser Automatismus einmal mehr seinen Lauf genommen hat, folgt dann die Berichterstattung über die Berichterstattung, beispielsweise in einem Leitartikel von Frank Schirrmacher in der FAZ.

Der demokratische Auftrag der Medien ist es, dass die Bürger sich über Faktenvermittlung eine eigene Meinung bilden können. Darum gilt für uns PR’ler, dass wir Fakten liefern müssen, wenn wir überzeugen wollen. Der kritische Leser und Zuschauer ist gut beraten, sich vornehmlich an Fakten zu orientieren. „Bild’ dir deine Meinung“ hieß der Werbe-Claim der Boulevard-Zeitung – aber eben die eigene Meinung, bleibt zu ergänzen. Und die muss nicht mit der gerade aktuellen Meinung aus den Medien übereinstimmen, nicht mit der von Barack Obama und nicht einmal mit der von Helmut Schmidt.

# Kommunikation # Krise # Medien

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